Risikoanalyse
Ob ein Risiko versichern werden soll oder nicht ist von Person zu Person und Betrieb zu Betrieb komplett unterschiedlich. Es hängt davon ab, wie das Geschäftsmodell ist, wie liquide der Betrieb ist, welchen Risikoappetit jeder selbst als Unternehmer hat und noch viele weitere Aspekte. Darum ist es lohnenswert, sich gründlich mit den Risiken seines Hofes auseinander zu setzen, um Versicherungen dort abzuschliessen, wo sie das Unternehmen bestmöglich ergänzen.
Dieses Vorgehen nennen wir in der Praxis Risikoanalyse. Diese sollte ein Landwirt regelmässig wiederholen, unabhängig davon, ob es sich um ein Ein-Mann-Betrieb oder ein Grossunternehmen handelt. Dazu gehören mindestens 4 Schritte:
Risiken bestimmen: Es ist nicht möglich einem Risiko entgegen zu wirken, dass wir nicht kennen. Entsprechend ist der erste Schritt, die Risiken zu ermitteln. Dafür kann sich ein Landwirt mit Gleichgesinnten austauschen oder er fragt einen Experten.
Risiken einordnen: Eintrittswahrscheinlichkeit mal Auswirkung gilt es hier zu bestimmen und zu sortieren. Ein Risiko wie Hagelschlag ist sehr häufig und dessen Auswirkung auf die Ernte im Ackerbau doch hoch (da meist mehrere Kulturen betroffen). Daher wird das Risiko höher eingestuft als zum Beispiel der Befall des Rapsstängelrüsslers, der nur eine Kultur betrifft.
Auf Risiken reagieren: Erst hier kommt die Versicherung ins Spiel. Es gibt 4 Möglichkeiten einem Risiko zu begegnen. Entweder wir akzeptieren es (da Auswirkungen verkraftbar), wir versuchen es zu mildern (mit entsprechenden Vorkehrungen), wir vermeiden es (und stoppen unser Vorhaben) oder wir transferieren es z.B. an eine Versicherung.
Risiken nachprüfen: Wurde die Übung einmal gemacht, gilt es regelmässig zu prüfen, ob: die Risiken noch die gleichen geblieben sind oder welche weggefallen oder dazugekommen sind (z.B. durch den Einstieg in den Agrotourismus). Weiter soll überprüft werden, ob sich die Massnahmen gelohnt haben.
AS - 09. Februar 2024